Kraftorte des Lebens

Es war wieder soweit: Am Abend des letzten Juni-Sonntags öffnete die Diessenhofer Stadtkirche ihre Pforten für die Generation Church – also für jenen Gottesdienst, der mit Musik und Technik, Licht und Klang, farbigen Bildern und ausdrucks-starken Symbolen eine zeitgenössische Wohlfühl-Atmosphäre im altehrwürdigen Kirchenschiff erzeugt. Dieser Anlass stand unter dem Thema: „Gott ist meine Quelle“. Der Chorraum wurde zur Präsentationsfläche für ein Programm, das alle Sinne ansprach und die Besucherinnen und Besucher ganzheitlich in Beschlag nahm. Die Präsentation wirkte modern, frei und beinahe weltlich – und war doch geprägt von einem tiefen Empfinden für Glaube, Liebe und Hoffnung.

Ströme des Glücks

Die emotionale Ergriffenheit der Zuhörer gelangte während der Lieder und Gebete, Lesungen und Wortbeiträge immer wieder an Höhepunkte, so auch während der Ausführungen von Sozialdiakonin und Religionslehrerin Karin Schmid. Wie anhand Psalm 36 erläutert wurde, sei Gott die „Quelle des Lebens“, aus der ein Strom an Zufriedenheit und Glück hervorfliesse: „Gott ist der Ursprung von allem positivem Leben“, betonte die Rednerin.

Diese Zusammenhänge vertiefte sie anhand der Gestalt des Isaak, des Sohnes Abrahams, der Gottes Verheissungen zugunsten des Stammvaters auf eigene Weise fortgeführt habe. Das werde vor allem bei jenem unermüdlichen Brunnenbau deutlich, von Isaak und seinen Mitarbeitern mit Hingabe und Einsatzbereitschaft betrieben, und zwar trotz massiver Widerstände von Neidern, Mobbern und missgünstigen Nachbarn (1. Mose Kapitel 26, Verse 12 bis 33).

Zusammenarbeit mit Gott

Besonders der zweitletzte Brunnen, von Isaak erbaut, habe es in sich gehabt, betonte Frau Schmid. Allein schon der Name Rechobot („weiter Raum“) sei eine Offenbarung, weil darin ein symbolisches Programm stecke: Der Glaube sei wie ein weiter und freier Raum, in den man hineingeführt werde und der es ermögliche, eigene Begabungen auszubauen zu Gottes Ehre und zur Freude der Mitmenschen.

Der letzte Brunnenschacht, von Isaaks Mitarbeitern gegraben, habe den Namen Schiba („Siebenbrunnen“) getragen. Sieben sei die Zahl der Vollkommenheit, führte die Referentin aus. Das sei wie bei einem Würfel: Die gegenüberliegenden Zahlen – im Fall ihrer Addition – ergäben immer die Zahl sieben. Dies sei ein Bild für das geniale Zusammenwirken von Gott und Mensch: „Wenn wir geben, was wir haben, gibt Gott den Rest dazu. Isaak praktizierte seinen Glauben, er gab nicht auf, war flexibel, dankte Gott – und erlebte göttlichen Segen.“

Technik und Band, Chorklänge und dekorative Farben, Moderation und meditative Abschnitte lockerten den Ablauf auf und vermittelten ein Gefühl von Wärme und Geborgenheit. Bei einem erfrischenden Apéro und angeregter Unterhaltung klang der abendliche Anlass in innerer Harmonie aus.

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